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English
Nicht zu Unrecht wird
Malaysia als Paradies für Feinschmecker gepriesen. Hier mischen sich
die Einflüsse zahlreicher Küchentraditionen - chinesische, indische,
arabische, portugiesische und britische Einflüsse haben sich vermischt
mit der Küche der Malaiien, dazu kommen noch die Küchen Thailands
im Norden und Indonesiens im Süden und Osten. Und nicht zu vergessen
die Nonya-Küche, eine weltweit einzigartige Kombination aus malaiischer
und chinesischer Kochkunst. Als Faustregel gilt auch hier - wer die Küche
des Landes kennenlernen will, muß dahin gehen wo die Bevölkerung
ißt. Wer immer nur in den touristischen Gegenden bleibt, wird nie
das wahre Malaysia kennenlernen. Man darf sich nicht abschrecken lassen
vom Aussehenso mancher Garküche - gerade dort schmeckt es meist am
Besten!
Man isst hier
gerne, viel und mit Genuß. Man trifft sich morgens zum Frühstück,
oder mittags zum Lunch, oder abends zum Dinner - und dann wieder nachts
zum Supper.
Wir gehen fast jeden Abend noch mit Freunden zu einem Mamak Stall bei
uns in der Nähe - meine Favoriten dort sind Teh Tarik mit Roti Chanai,
oder auch Mee Goreng mit Schaffleisch ... je nach Hunger.
Grundnahrunsmittel ist für die meisten Malaysier, egal ob Malaiien
oder Chinesen oder Inder, der Reis. Auch Nudeln sind sehr beliebt. Fast
alles wird scharf gewürzt. Also Vorsicht - wenn es heißt, "hot",
dann meint man hier nicht "heiß", sondern scharf. Und
zwar höllisch scharf...!
Hier einige beliebte malaysische Gerichte:
Satay (oder Sate): Auf dünnen Holzspießen gereihte
Fleischstücke, die über Holzkohle gegrillt werden und mit gewürzter
Erdnußsoße, Gurkenstücken, Stücken von rohen Zwiebeln
und Reiswürfel (ketupat) serviert werden. Kenner fahren in Kuala
Lumpur bis zu einer Stunde durch die Gegend, um zu einem besonders guten
Satay-Restaurant - oder -Imbiß zu kommen. Manchmal sieht man es
dem Imbiß gar nicht an - ein unscheinbarer Stand am Straßenrand,
aber es lohnt sich! Einfach mal fragen zahlt sich immer aus - die Leute
hier sind freundlich, und immer mit guten Tips bei der Hand!
Gado-Gado: Ein
rein vegetarisches Gericht aus der indonesischen Küche, wird aus
Gurken, Sojabohnensprossen, gebratenem Tofu und gekochten Eiern hergestellt
mit gewürzter Erdnußsauce.
Laksa: Eine Suppe aus Kokosmilch und Tamarinde, dazu Streifen vom
Hühnerfleisch, Krabbenstücke, Fischstücke, Sojabohnensprossen
und Reisnudeln. Kommt ursprünglich aus der indischen Küche.
Jede Region hat ihr eigenes Rezept dafür, und Kenner können
sich stundenlang über die Vorteile der verschiedenen Laksa-Varianten
unterhalten. Mein persönlicher Favorit ist die Laksa von Penang.
Schmeckt natürlich am Besten an einem der zahlreichen Straßen-Stände.
Die Beste überhaupt habe ich in Penang an einem Busbahnhof gegessen,
gleich neben den Fischständen des Marktes (die Umgebung hat zwar
fürchterlich nach Fisch gestunken, aber die Laksa war jedes Opfer
wert!) irgendwo im Inneren der Insel.
Sambal Belacan: Eine Sauce aus fermentierter Krabbenpaste, welche
mit Chili, Knoblauch und manchmal auch Limonensaft vermischt wird. Wird
meist als Zutat zu verschiedenen Hauptgerichten benutzt, oder auch zum
selber Würzen von diversen Gerichten. besteht Während der Herstellung
stinkt das Gemisch infernalisch, zuhause also nur nach Absprache mit den
Nachbarn zubereiten...
Roti Chanai: Ebenfalls aus der indischen Küche. Ein pfannkuchenartiges
Brot, auf der heißen Platte zubereitet und mit diversen Curries
serviert. Die Zubereitung an und für sich ist schon eine einzigartige
Show: Der weiche Teig wird so lange durch die Luft gewirbelt, bis er sich
zu einem runden Pfannkuchen auseinandergezogen hat, danach kommt er auf
die heiße Platte. Eines meiner Lieblingsgerichte, egal zu welcher
Tages- oder Nachtzeit.
Bak Kut Teh: Schweinerippchen, mit chinesischen Kräutern und
viel Knoblauch gedünstet, mit Sojasauce gewürzt. Wird gerne
zum Frühstück gegessen. Macht auch richtig satt...
Mee Goreng: Ein Klassiker, überall in Malaysia und Südostasien
zu finden. Am besten schmeckt's natürlich an den Straßenständen,
wie immer in Asien. Gebratene Nudeln mit Meeresfrüchten, Fleisch
und Gemüse. Mein Favorit - nachts im Mamak Stall mit Schaffleisch...
Nasi Goreng: Ein weiterer Klassiker in Südostasien. Gebratener
Reis mit Meeresfrüchten, Fleisch und Gemüse, servier mit Spiegelei,
gebratenen Hühnerfleischstreifen, Gurken und manchmal Satay.
Loh Bak: Schmeckt am Besten in Penang, ein weiteres Gericht chinesischen
Ursprungs. Schweine - oder Hühnerfleisch, im Tofumantel gut durchgebraten,
serviert mit Chilisauce.
Nasi Lemak: Ebenfalls ein Klassiker in Südostasien, wird auch
gerne zum Frühstück gegessen. Kokosreis mit Sambal Belacan,
gerösteten Erdnüssen, getrockneten Sardellen (ikan bilis), einem
gekochten Ei und manchmal gebratenem Fisch.
Yung Tau Foo: Wird auch gerne zum Frühstück gegessen.
Klare Suppe mit Tofu und Gemüse. So fängt der Tag beschwingt
an...
Ais Kacang: Die örtliche Variante für Eis. Anfangs gewöhnungbedürftig,
man kann aber durchaus zum Suchtfall werden (wie ich...). Bei dem dortigen
Klima das Beste zum Abkühlen. Kommt als kleiner Turm, bestehend aus
geschabtem Eis mit gekochten roten Bohnen, Kokosmilch, Palmzucker, Palmensamen
und Zuckermais. Falls noch grüne Gelatinestreifen drauf sind, heißt
es Cendul.
Air Bandung: Kaltes, süßes Getränk aus Rosensirup
und Kondensmilch. "Air" bedeutet "Getränk".
Früchte
Durian:
"Königin der Früchte" nennt man sie. Zu Recht, wie
ich finde. Aber viele meiner Freunde denken anders, und darunter sind
auch einige Freunde aus Malaysia - die können sie nicht ausstehen,
oder genauer gesagt nicht riechen. Sie stinkt nämlich - aber es ist
ähnlich wie beim Käse - der stinkigste Käse schmeckt am
Besten! Von der Durian wird gesagt, sie riecht wie die Hölle und
schmeckt wie der Himmel. Es handelt sich um eine fußballgroße
stachelige Frucht, mit einem großen Kern und weißem, cremigem
Fruchtfleisch. Erst muß der stachelbewehrte Panzer mit einer Machete
geknackt werden (eine Kunst für sich...), dann kommt der Genuß.
Selbst in Malaysia und Singapur verwehren die meisten Hotels einem die
Gastfreundschaft wenn man mit einer Durian kommt, und die meisten Fluglinien
verweigern den Transport. Einfach ausprobieren...
Die Durian aus Malaysia schmeckt viel besser als die aus Thailand (wir
haben beides ausgiebig jeweils vor Ort probiert). In Malaysia kommen die
besten Durians aus der Gegend von Raub. Achtung, verträgt sich nicht
gut mit Alkohol, auch nicht mit Bier!
Rambutan: Schmeckt ähnlich wie Litschi, rote oder gelbe Frucht
wenn sie reif ist.
Mangosteen: Purpurne, dicke Schale und weiße saftige Frucht
- kühlt hervorragend bei großer, feuchter Hitze - auch den
Saft probieren!
Sternfrucht (Starfruit): hellgelbe Schale, saftig, süß,
säuerlicher Nachgeschmack - der Saft schmeckt frischgepreßt
am Straßenrand hervorragend, gut gegen Durst und Hitze, fast wie
unsere Limonade, aber besser...!
Getrunken werden frisch gepreßte Säfte - pur oder als
Mix - ich liebe es, immer wieder neue Kombinationen auszuprobieren - zum
Beispiel Melone-Starfruit-Mangosteen-Karotte... Oder auch Bier, wobei
das Bier hier meistens mit Eiswürfel serviert wird - wer das nicht
mag, vorher Bescheid sagen!
Und dann mein persönlicher Favorit - Teh Tarik - gezogener
Tee. Heißer Tee wird in einen Becher gegossen, dazu kommt reichlich
Kondensmilch, und dann fängt die Show an: der Teh Tarik wird aus
möglichst großer Höhe in einen anderen Becher gegossen,
und zwar so schnell daß das Ganze wie gezogen wirkt. Dieses Ziehen/Gießen
wird wiederholt, bis der Tee schaumig ist, dann wird er im Glas serviert.
Mittlerweilen gibt es sogar Wettbewerbe in dieser "Kunst"...
und schmecken tut es auch noch...
Was sie unbedingt
probieren sollten, ist Essen vom Bananenblatt (daun pisang), am
Besten natürlich traditionell mit den Fingern. Dazu bietet sich das
berühmte indische Fischkopf-Curry an. Man findet es in fast allen
indischen Restaurants. Erst sollte man sich die Hände waschen - Waschgelegenheit
bieten alle Restaurants, die auf Essen vom Bananenblatt spezialisiert
sind. Sobald sie Platz genommen haben, legt man ein Bananenblatt vor sie
hin, auf dem dann Reis, Gemüse und diverse Saucen serviert werden.
Der Fischkopf wird in einer köstlichen Currysauce gekocht, und kann
beachtlich groß sein!

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