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Kuala
Lumpur - faszinierend, alt und neu, multikulturell wie sonst wenige Städte,
freundlich, laut, gutes Essen, Stau... dies fällt mir so spontan
ein, wenn ich an diese Stadt denke. Nicht unbedingt das typische Reiseziel
für den normalen Europäer - aber dies kann sich noch ändern.
Kuala Lumpur zwar weit weg, aber es ist neben Singapur ein idealer Ausgangspunkt
für Reisen in der Region. Ob Thailand, Australien oder China, oder
Vietnam, Laos, Myanmar - kein Problem von KL aus. Hier kann man ein paar
Tage Pause einlegen, erst Mal den Jet Lag auskurieren, ein bisschen einkaufen
- und dann sich in weitere Reiseabenteuer stürzen.
Auf den ersten Blick erscheint KL vielleicht chaotisch - aber wenn man
erst Mal in Bangkok gewesen war, und dann wieder in KL ankommt, empfindet
man die Stadt als Oase der Ruhe...
Kuala Lumpur bedeutet "Schlammige Flußmündung" -
und so begann hier auch Alles... Vor nicht allzulanger Zeit war Kuala
Lumpur - oder wie alle hier sage, KL - ein kleiner Ort in einem malariaverseuchtem
Zinnabbaugebiet am schlammigen Zusammenfluß von Klang und Gombak.
1857 hatte die Malaria die Bevölkerungszahl von 87 auf unter 20 reduziert
- dies war der Wendepunkt. Das Dorfoberhaupt von Klang rekrutierte 150
Minenarbeiter, die sich hier niederließen. Und ab da ging es langsam
aufwärts. Heute hat KL etwa 1,4 Millionen Einwohner. Seit 1974 bildet
KL als Federal Territory eine Selbstverwaltungszone.
Mein
erstes Mal hier - Jannuar 1999. Wir sind mit dem Bus von Kuala Lipis nach
Kuala Lumpur - oder nennen wir es doch wie alle in Malaysia einfach KL
- gefahren, der Weg war lange, ich war müde und ziemlich aufgeregt
weil ich zum ersten Mal einen Onkel meiner - damals noch zukünftigen
- Frau treffen sollte, und auch einen Ihrer Brüder. Mit dem Bus fähr
man langsam durch die Vorstädte Richtung Zentrum, und mir ist sofort
ein Detail aufgefallen, welches auch heute noch mein Bild von KL prägt
- der starke Kontrast zwischen Alt und Neu. Riesige, imponierende Neubauten,
und ein paar Meter daneben oder dahinter oder auch mittendrin alte Häuser
aus der Kolonialzeit, einige gut erhalten, mit leuchtend bunten Fassaden,
andere auch schon mal zerfallen, aber immer schön im Wechsel nebeneinander.
Dann der Busbahnhof mit seinem unglaublichem Betrieb, dem typischen hektischen
Treiben.
Und natürlich der erste Blick auf die Zwillingstürme der Petronas
Towers, damals noch das höchste Gebäude der Welt.
Seitdem ist mir Kuala Lumpur zur zweiten - oder dritten... - Heimat geworden.
Wir haben dort eine Wohnung, wir haben dort Familie, wir haben dort viele
gute Freunde.
Eine
meiner Lieblingsecken in der Stadt ist natürlich Chinatown. Dies
ist kein Chinatown für Touristen, sondern für Alle. Die Läden
und Restaurants sind natürlich hauptsächlich chinesisch, aber
einkaufen kommen hierhin wirklich alle. Man kriegt auch alles - es gibt
zahlreiche Läden, einige Supermärkte, viele Verkaufsstände
am Straßenrand - und wie immer an solchen Orten, zahlreiche Straßenverkäufer,
die unaufällig in der Gegend rumstehen und "einmalige Sonderangebote"
an Rolex und anderen Uhren feilbieten, oder auch immer wieder DVDs, CDs,
VCDs - natürlich alles falsch und von sehr schlechter Qualität.
Da kann man eigentlich nur abraten - erstens ist es illegal, und zweitens
ist die Qualität meist so schlecht, dass es keinen Spaß macht
es sich anzusehen. Und am Allerwichtigsten in Chinatown - egal ob bei
Tag oder bei Nacht: Achtung, es wird geklaut! Nichts ist vor den Taschendieben
sicher, die einsame Spitze selbst für KL sind!
Aber was man in Chinatown unbedingt tun sollte, ist - essen! Die Faustregel
ist hier - wie meist in Asien - je unscheinbarer der Ort aussieht, desto
besser schmeckt es! Auf europäischen Hygienestandard sollte man allerdings
hier nicht unbedingt Wert legen. Es kann schon mal ziemlich dreckig sein,
es ist auf jeden Fall sehr laut, sehr hektisch - wenn nicht, stimmt etwas
nicht! Je mehr Leute dort essen, desto besser muß es natürlich
sein. Mit Englisch kommt man meist klar, aber nicht immer - Speisekarten
gibt es nicht, und viel Zeit zur Beratung hat die Bedienung auch nicht.
Also am Besten mit jemandem hingehen, der sich auskennt.
Und auch hier
gilt - aufpassen auf Taschen, Brieftaschen, Kamera usw...
Von April bis September herrscht hier Regenzeit, das heißt es regnet
viel und ausgiebig. Man kann dann natürlich immer noch gut shoppen,
und es ist auch nicht so drückend heiß wie sonst.

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