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Melaka hat einen ganz
besonderen Flair, der wohl auch dadurch zustande kommt, daß hier
die Einflüsse der Portugiesen und der Niederländer verschmelzen
mit dem heutigen Melaka und eine ganz eigene Melange ergeben. Die Stadt
liegt an der Westküste, ca. 150 km von Kuala Lumpur in südliche
Richtung.
Im 15. Jahrhundert befand sich hier das Zentrum des berühmten Sultanats
Melaka. Seine Glanzzeit erlebte die Stadt zwischen 1459 und 1477 unter
dem Sultan Mansur Shah, als mächtige Hafenstadt mit Handelsbeziehungen
zu den Nachbarländern, aber auch zu Ländern in Europa und Südamerika.
Es war einer der Dreh- und Angelpunkte im internationalen Gewürzhandel,
aber auch mit Gold, Seide, Tee und natürlich Opium wurde Handel getrieben.
Die ersten Kolonialherren waren die Portugiesen, die im 16. Jahrhundert
Melaka beherrschten. Ihre Nachfolgen leben heute noch in Melaka. Die portugiesischen
Namen sind ein deutliches Merkmal. Sie sprechen heute noch einen Dialekt
aus jener fernen Zeit, Cristao, der heutzutage in Portugal selbst nicht
mehr gesprochen wird. Die Gemeinschaft lebt in der Gegend um den Portugiesischen
Platz (Jalan d'Albuquerque), und feiert portugiesische Feste wie zum Beispiel
Festa de San Pedro am 29. Juli.
Wenn
man ins historische Zentrum kommt, fällt einem sofort etwas auf,
was man so hier nicht erwartet hätte: zwei rote Gebäude, auf
dem einen steht groß "Stadhuys" - ja, sind wir denn in
den Niederlanden....? Nicht wirklich, aber die Holländer waren die
Nachfolger der Portugiesen als Kolonialherren.
Das 1650 erbaute Stadhuys diente als Residenz des holländischen Gouverneurs
und seines Verwaltungstabs. Es wurde auf den Grundmauern des alten Forts
errichtet, und heute befindet sich darin das Historische Museum. Es zeigt
portugiesische und holländische Exponate sowie traditionelle malaiische
und chinesische Kostüme. Täglich geöffnet von 9.00 bis
18.00 Uhr, nur Freitags von 12.15 bis 14.45 geschlossen.
Daneben
steht die Christ Church, 1753 ebenfalls von den Holländern erbaut,
ein typisches Beispiel holländischer Architektur. Betreten sie die
Kirche - die Kirchenstühle sind noch im Original erhalten. Betrachten
Sie die Decke der Kirche - der 15 m lange Balken der Decke wurde aus einem
einzigen Baumstamm gefertigt. Der Eintritt in die Kirche ist frei, wer
will, kann für die Instandhaltung spenden.
Unbedingt besuchen sollte man auch den Park der Stadtgeschichte, immer
voll Leben - Besuche aus aller Welt lassen sich inmitten der Blumenpracht
fotografieren, es gibt einige Imbiß- sowie Getränkestände,
ein kühlendes Eis tut immer gut. Als wir da waren, konnte man sich
noch mit einer Riesenschlange oder einem Waran fotografieren lassen.
Weiter geht's in die Altstadt - Jalan Tun Tan Cheng Lock. Hier sollte
man unbedingt das Baba Nonya Museum besuchen, mit vielen Exponaten der
Baba und der Nonya - chinesisches Mobiliar, Seidenstickereien, Lampions,
Seidenmalerein, eine komplette Brautkammer und vieles mehr. Das Haus ist
in der vierten Generation im Besitz der Familie Chan, und wurde 1896 erbaut.
Die Familie hat ihr Vermögen im Gewürzhandel gewonnen.
Weiter
geht's in die Jalan Hang Jebat (früher Jonker Street, der Name wird
im Volksmund auch heute noch benutzt) - zahlreiche alte Geschäftshäuser
reihen sich aneinander, ein wahres Paradies für Antiquitätensammler,
aber auch für Souvenirjäger. Alt und neu sind eng vermischt,
es gibt viel Nepp, aber auch echte alte Sammlerstücke, teils noch
aus dem 17. Jahrhundert. Und natürlich gibt es auch jede Menge Restaurants,
Getränkestände, Teestuben, die allesamt zum Verweilen einladen.
Das nebenan zu sehende Foto enstand Anfang 2005, während der Feierlichkeiten
zum Chinesischen Neujahr, daher die vielen roten Lampions. Die Straße
sollte zu Fuß erkundet werden, man kann stundenlang durch die Geschäfte
laufen, mit dem Auto sollte man es besser nicht versuchen, es geht nur
im Schritttempo vorwärts. Wir
haben im Restaurant Famosa zu Mittag gegessen, absolut empfehlenswert
- aber man sollte chinesisch oder malaiisch können, oder eine kundige
Begleitung dabei haben. Wir waren mit chinesischen Bekannten aus Melaka
da, und dies ist wohl eines der bei den Einwohnern auch sehr beliebtes
Restaurant - es war total voll, wir mußten einige Zeit warten, bis
wir einen Tisch gekriegt haben, und das auch nur weil der Besitzer unseren
Bekannten gut kannte. Die Bestellung geht ziemlich hektisch ab, man sitzt
wie in einem Pariser Bistro auf Tuchfühlung mit den Nachbarn - aber
das Essen ist himmlisch...

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