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Penang Island an der
Nordwestküste Malaysias ist die älteste britische Niederlassung
in Malaysia, and eine der bekanntesten touristischen Attraktionen des
Landes. Großartige Sandstrände, hervorragende Küche, und
eine interessante Stadt, Georgetown, mit einer wirklich sehenswerten Altstadt,
mit authentischen alten chinesischen Häusern, Geschäften und
Straßen.
Ich war einige Male in Penang. Das erste
Mal war ich noch in der Grundschule, und es war ein Klassenausflug. Wir
konnten nicht selbst entscheiden was wir tun oder sehen möchten,
sondern mußten einfach den Lehrern folgen. Übernachtet haben
wir in einer Schule irgendwo auf Penang. Ich kann mich noch gut an die
harten Schlafunterlagen erinnern.
Das nächst Mal war ich Mitte der 90er
mit meinen Arbeitskollegen da. Dieses Mal war es schon besser - wir wohnten
im Golden Sands Resort in Batu Ferringhi. Ein schönes Hotel, mindestens
4 Sterne, mit Seeblick. Wir waren mehr als 10 Kollegen Freunde, und wir
hatten viel Spaß am Strand - viel Spaß und viel gutes Essen.
Penang mit Joe zu besuchen war eine ganz andere Erfahrung. Wir haben 2001,
fast ein Jahr nach unserer Hochzeit, wieder ein paar Wochen in Malaysia
verbracht. Wir hatten nach der Hochzeit keine Hochzeitsreise, daher beschlossen
wir für ein paar Tage nach Penang zu "verschwinden" - dort
haben wir keine Freunde oder Verwandte, die wir besuchen müßten.
WIr sind mit them Bus von Kuala Lumpur nach Ipoh gefahren, haben dort
drei Tage mit meiner Tante und meinem Onkel in Tronoh verbracht, und sind
danach mit einem anderen Bus nach Penang weitergefahren. Wir haben keinerlei
Reisevorbereitungen getroffen, sind einfach losgefahren, mit dem Lonely
Planet Guide im Gepäck. Darin haben wir einige preiswerte Hotels
gefunden, und haben uns dann im Hotel Peking an der Jalan Penang eingemietet
für ein paar Tage - 40 RM für ein Doppelzimmer. Das Zimmer war
OK, mit Klimaanlage, eigenem Badezimmer und TV. Ich war froh über
die Klimaanlage, aber Joe war nicht ganz so begeistert - er schläft
viel lieber ohne Klimaanlage. Das Hotel ist nicht neu, und die Zimmer
sind auch nicht besonders ansehnlich - es muß wohl einige Zeit vergangen
sein seit der letzten Renovierung, falls überhaupt mal renoviert
worden war... viel Rost, die Fliesen meist zerbrochen... aber das Zimmer
war sehr sauber, es wurde auch jeden Tag gründlich gereinigt, und
für diesen Preis absolut OK.Und da es mitten im Zentrum von Georgtown
gelegen ist, macht es die Erkundung der Stadt und der Umgebung viel einfacher.
Wir waren nur zufuß und mit dem Bus unterwegs. Gleich in der Nähe
unseres Hotels befand sich die Hauptstraße der chinesischen Altstadt,
Lebuh Chulia, und dort befinden sich die Haltestellen über die man
die meisten interessanten Plätze der Insel per Bus erreichen kann.
Kek Lok Si Tempel
- der größte buddhistische Tempel Malaysias, auf einem Hügel
bei Ayer Itam gelegen. Um den Eingang des Tempels zu erreichen muß
man unzählige Treppen hochsteigen - ein kräftiges Frühstück
vor dem Aufstieg hat uns dabei sicherlich unterstützt... Der Aufstieg
ist aber alles Andere als langweilig, da sich entlang des Weges eine ganze
Reihe Souvenir-Shops befinden - Verhandeln ist angesagt und wird erwartet!
Im Tempel kann man fast alles besichtigen, aber um den gebotenen Respekt
gegenüber der ihre Religion ausübenden Besuchern wird gebeten.
Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber oft von westlichen Touristen
mißachtet...
Im, am und um den Tempel herum gibt es unzählige interessanter Photo-Motive
- besonders an einem Tag wie diesem, mit einem unglaublich blauen Himmel
- der Kontrast mit den bunten Lampions und Winkeln des Tempels ist unglaublich!
Bei solchem Licht unbedingt niedrigempfindliche Filme (50° oder 64°
ISO) probieren - es lohnt sich! Auf dem Rückweg haben wir dann noch
ein bisschen eingekauft, ein paar Souvenirs sowie lokale Spezialitäten.
Penang Hill - nicht allzuweit entfernt
vom Kek Lok Si Tempel. Um zum "Gipfel" des Hügels, der
gleichzeitig der höchste Punkt der Insel Penang ist (800-850 m über
Meereshöhe), kann man entweder die Seilbahn (Cable Car) benutzen
oder auch den Aufstieg per pedes angehen. An einem klaren Tag hat man
von oben eine umwerfende Aussicht über Penang und das Meer, bis hinüber
zum Festland. Leider war es etwas neblig als wir oben waren, und wir konnten
nicht weiter als bis zur Penang Bridge sehen (welche die Insel mit dem
Festland verbindet). Es gibt dort oben schöne Gärten und kleine
Parks, in denen man ein Picknick machen kann, ein kleiner aber interessanter
Vogelpark, und ein Restaurant. Es war auf jeden Fall ein schöner
Nachmittag - wir sind noch vor Sonnenuntergang wieder zurückgefahren
mit dem Cable Car. Auf dem Weg zur Bushaltestelle haben wir gesehen, wie
ein paar Eßstände aufgebaut wurden - sehr interessant, in nächster
Nähe zu einem kleinen Markt. Und gleich daneben ein Zeichen - "Penang
Laksa" - DIE örtliche Spezialität. Wir konnten natürlich
der Versuchung nicht widerstehen - und haben unser Laksa im Original Malaysian
Style genossen - unmittelbar neben dem Abfluß des Marktes und umringt
von zahlreichen Fischhändlern mit dem dazugehörigen Fischgeruch...
Batik Factory in Teluk Bahang, eine ziemlich
ruhige und isolierte Ecke von Penang. Wir wurden durch die Tuchfabrik
geführt und konnten zusehen, wie Batik hergestellt wird. Die handbemalten
Batik-Erzeugnisse sind sehr teuer, daher haben wir im dazugehörigen
Shop einige Andenken und Geschenke von Royal Selangor Pewter (Zinn) gekauft.
Nicht weit davon entfernt befindet sich das Penang
Cultural Centre. Wir waren am Vormittag dort, und da die Shows
erst am späten Nachmittag beginnen, konnten wir das Freilichtmuseum
in Ruhe und sogar umsonst besichtigen. Im "Cultural Village"
kann man Malaysiern bei Handarbeiten oder traditionellen Spielen zusehen,
man kann mit Hilfe und Anleitung aber auch selbst mitmachen, bei Batikmalerei,
Töpfern, Holzschnitzen oder Pfeifenherstellung. Im "Sabah Corner"
und dem "Sarawak Aboriginal (Orang Lu) Longhouse" kann man das
Leben der malaysisiche Ureinwohner kennenlernen - Kultur und Bräuche,
Gesänge und Tänze, Nutzung des Blasrohrs und vieles mehr. Unbedingt
besichtigen sollte man das 140 Jahre alte Holzhaus auf Stelzen - das Besondere
daran sieht man nicht auf den ersten Blick - es gibt in der Konstruktion
des Hauses keine Nägel, alles wird nur mit Holzstiften zusammengehalten.
Es ist der Nachbau eines Palastes aus Malakka, aus dem 16. Jahrhundert.Das
prächtigste Gebäude des Parks ist das Istana Malay Theatre Restaurant,
ebenfalls die Nachbildung eines malaiischen Palastes, aus dem 19. Jahrhundert.
Ebenfalls nicht auf den ersten Blick erkennbar, ist dieses Gebäude
ein schöner Beitrag zum Umweltschutz - es wurde komplett aus wiederaufbereitetem
Holz alter Kolonialhgebäude und Lagerhallen gebaut. Das Restaurant
mit 550 Plätzen ist vollklimatisiert, und am Eingang müssen
alle Gäste die Schuhe ausziehen. Es wird echte malaiische Küche
serviert. Am Abend findet eine Show des Tanzensembles statt, zu traditioneller
malaiischer Musik.
Batu Ferringhi Einen Tag hatten wir eingeplant
für Strand, Meer und Sonnenbad. Batu Ferringhi ist der beste und
bekannteste Sandstrand auf Penang, der Sand ist ziemlich sauber, aber
das Wasser ist nicht so schön wie an der Ostküste - trüb
und gelblich. Aber auf jeden Fall erfrischend... Wir waren ganz stolz,
einen Strandabschnitt mit relativ wenigen Badegästen gefunden zu
haben, ziemlich einsam. Wie üblich hat Joe sein Badetuch sofort in
die Sonne gelegt, und ich habe mir ein etwas schattigeres Plätzchen
unter einer Kokosnußpalme gesucht. Joe ist sofort ins Wasser gegangen,
ein bisschen schwimmen... Eine halbe Stunde später kam mit schmerzverzerrtem
Gesicht zurückgerannt, und hielt sich dabei die rechte Hand. Oh...
eine Qualle hatte ihn voll an der Hand erwischt... die Hand war rot, geschwollen
und tat höllisch weh. Nun wußten wir auch, weshalb dieser Strandabschnitt
so einsam und verlassen war... Ein alter Mann hatte die Szene gesehen
und kam mit einer Flasche mit Essig zu uns. nachdem wir die Hand damit
abgewaschen hatten, ließ der Schmerz ziemlich schnell nach, und
die rötliche Färbung ging auch merklich zurück - ein paar
Punkte hielten sich aber noch tagelang... Der Mann sagte uns, im Notfall
täte es auch Urin falls kein Essig zur Hand wäre...
An diesem Abend sind wir in das Fischrestaurant Eden
Seafood Village essen gegangen. Joe wollte unbedingt ein Gericht
mit Qualle bestellen, um sich für den "Handkuß" zu
revanchieren - aber leider war nichts derartiges auf der Speisekarte...
(er hat seiner Rache dann ein paar Tage später in Kuala Lumpur in
einer Sushi Bar Genüge tun können...) Wir waren sehr beeindruckt
von der großen Vielfalt an frischen Gerichten. Man konnte sogar
einen Fisch aus dem großen Aquarium auswählen, zusehen wie
dieser gefangen wurde, und 15 Minuten später war der Fisch auf dem
Teller...
Georgetown ist ziemlich heiß und feucht für eine
Insel-Stadt... man sollte viel Zeit draußen verbringen. Hier überwiegt
eindeutig das chinesische Element - die Stadt bietet mehr Chinatown-Atmosphäre
als selbst Singapur oder Hong Kong. Besonders in der Altstadt scheint
wirklich die Uhr stehengeblieben zu sein - und zwar vor mindestens 50
Jahren. Alte Handelshäuser in typischer chinesischer Bauweise, mit
den bunten Holzfensterblenden, kleine Läden, in denen man alles findet,
was das Herz nur begehrt. Hawker Imbißstände bieten eine große
Vielfalt an lokalen Spezialitäten, aber auch die Küche der anderen
Gegenden Malaysias und auch Thai Küche. Es gilt dieselbe Faustregel
wie überall in Asien - nicht in Touristenlokalen essen, sondern immer
ab in die Seitenstraßen - je kleiner und unansehnlicher, desto besser
schmeckt es! Wir haben uns einige Kilos angefuttert in den paar Tagen
auf Penang... Frühstück, Mittagessen, Abendessen, und um Mitternacht
nochmal Supper... ein Paradies für Liebhaber der asiatischen Küche!
Billig wohnen kann man meist in kleinen Hotels entlang der Lebuh Chulia,
in Chinatown. Gut einkaufen kann man in der Jalan Penang, eine der Hauptstraßen.
Hier gibt es dann auch die besseren (und natürlich teureren Hotels).
Penang Museum - Lebuh Farquhar. Vor dem
Museum befindet sich eine Statue von Captain Light, des "Entdeckers"
der Insel. Sehr informativ, sehr gute Präsentation der Exponate,
und sehr gut in Schuß gehalten. Wir habe gut über drei Stunden
im (relativ kleinen) Museum verbracht. Das Museum ist nicht nur für
ausländische Besucher, sondern auch für Malaysier aus anderen
Bundesstaaten sehr interessant. Ich war besonders fasziniert von der großartigen
Sammlung von alten Objekten, die von den ersten Einwanderern aus China
mitgebracht worden waren. Diese werden Peranakan genannt, oder Straits-born
Chinese. Ihre Traditionen und auch ihre Küche habe sowohl malaysche
als auch chinesische Charakteristika. Zum Beispiel die Hochzeitskleidung,
Schuhe und die Möbel. Wir habe auch einiges über die Geschichte
Penangs während der Kolonialzeit gelernt. Ein guter Auffrischungskurs
in Geschichte, besonder für mich... Der Eintritt ist übrigens
kostenlos, am Freitag ist das Museum geschlossen.
Coco Island Bar Unser Lieblingsort zum Abhängen
nach dem Abendessen. Eine Art Bar oder Biergarten, mit DJ Musik. Man sitzt
draußen, fast an der Straße und kann das abendliche Geschehen
auf der Hauptstraße im Old Chinatown verfolgen. Und natürlich
auch die anderen Besucher... Einige kamen für einen Drink oder auch
zwei oder drei - Andere suchten Anschluß - da war einiges an Action
los... Andere wollten einfach nur die Leute beobachten wie wir... die
australischen Soldaten auf Landurlaub muß man mal erlebt haben...
;-)
Fort Cornwallis -
im Zentrum von Georgetown gelegen, Überreste des alten Forts. Hier
hat Captain Light erstmals die damals noch unbewohnte Insel betreten.
Zwischen 1808 und 1810 wurden die derzeit noch stehenden steinernen Mauern
erbaut. Übriggeblieben ist nur der äüßere Wall, der
Innenraum wurde in einen Park umgewandelt, mit Souvenir-Läden und
ein paar Imbißständen. Überall auf dem Gelände befinden
sich alte Kanonen, die älteste stammt von 1603.
Fazit - die vier Tage, die wir auf Penang verbracht haben, gingen viel
zu schnell vorbei. Es gibt noch viel zu sehen und zu tun... und natürlich
zu essen... wir werden auf jeden Fall nochmal zurückkehren!
Empfehlung: Informationen und Details zu Sehenswürdigkeiten,
und wie man dahin kommt, zu Übernachtungsmöglichkeiten, und
zu allem Anderen findet man am Besten im Lonely
Planet Travel Guide. Und die Informationen sind wirklich perfekt -
welcher Bus um wieviel Uhr von welcher Bushaltestelle zu den jeweiligen
Orten fährt - besser geht es nicht.
Hotels
in Penang

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